bunte Blätter
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Gartenlaub: Was tun mit dem Laub im Garten?

Gartenlaub ist wertvoll und zurzeit hat wohl jeder Hobbygärtner damit alle Hände voll zu tun. Jetzt im Herbst leuchten die Bäume und Sträucher in wundervollen Farben, die letzten warmen Sonnenstrahlen wärmen unsere Seele und die Zugvögel sammeln sich so langsam, denn die ersten kalten Nächte sind im Anmarsch. Genau diese und dazu der Wind bringen viele Gartenbesitzer schier zur Verzweiflung und Nachbarn dazu sich zu streiten.

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bunte Herbstblätter

Doch Laub im Garten ist ein sehr wertvoller Rohstoff, den Du nicht einfach so entsorgen solltest. OK, nicht an jeder Stelle ist es gut, dass Laub liegen zu lassen, doch an ganz vielen Stellen in Deinem Garten ist es sehr nützlich.

Wo solltest Du das Gartenlaub liegen lassen?

Dein Laub sollte unter Bäumen, Sträuchern und auf Beeten liegen bleiben dürfen. Gerade auch bei frisch angepflanzten Bäumen und Sträuchern solltest Du es unbedingt liegen lassen.

Wofür solltest Du das Laub liegen lassen?

Das im Garten belassene Herbstlaub wärmt im Winter den Boden und die empfindlichen Wurzeln von Deinen Gartenpflanzen, es schützt die im Garten verbleibenden Pflanzen vor kaltem Wind und Regen. Besonders sensiblere Pflanzen, wie Rittersporn, Pampasgras, Rosen, Feigen, winterharte Bananen, Kamelien freuen sich wenn sie eine wärmende Laubdecke erhalten. Bitte achte darauf, dass Du das Gartenlaub nicht höher als maximal 10 – 15 cm auf den Pflanzen verteilst, damit diese noch Luft zum Atmen haben und wachsen können.

Allerdings hat so eine Laubdecke auch noch einen weiteren Vorteil für Deine Pflanzen, denn der entstehende Humus bietet Deinen Pflanzen zusätzliche Nährstoffe.

Und für wen ist das Herbstlaub noch wichtig?

Das Gartenlaub schützt jedoch nicht nur Deine Pflanzen, sondern ist auch für viele Tiere und Kleinstlebewesen überlebenswichtig, denn in einem Laubversteck können sie geschützt überwintern. An schneearmen Tagen finden auch unsere Gartenvögel, die hier überwintern Nahrung, denn in dem angehäuften Laub siedeln sich gern Insekten und Würmer an.

Solltest Du eine geschützte, größere Ecke für einen größeren Laubhaufen in Deinem Garten haben, ist es gut, das Gartenlaub da anzuhäufen. In diesem finden dann Igel und Blindschleichen ein geschütztes Winterquartier. Bitte sichere den Laubhaufen mit Ästen ab, damit der Wind diesen nicht zerstört.

Was passiert eigentlich mit dem liegen gelassenen Gartenlaub?

Da in unseren Gärten zum Glück viele verschiedene Bodenorganismen leben, wird das angehäufte Laub von diesen abgebaut und zersetzt. Durch das Liegenlassen des Herbstlaubes förderst Du mit Leichtigkeit und ohne viel Aufwand die Artenvielfalt dieser Organismen, denn Laub ist die Nahrungsgrundlage für diese Individuen und diese sind wiederum die Grundlage für einen gesunden und vor allem nährstoffreichen Boden.

Der durch diesen Prozess entstandene Laubhumus ist die ideale Grundlage für eigene Gartenerde. Denn diesen Laubhumus vermischt mit Gartenkompost ist eine wirklich gute, nährstoffreiche Gartenerde. Wie Du siehst, Du kannst mit liegen gelassenem Gartenlaub nicht nur Deine Pflanzen schützen, sondern auch vielen Tieren Gutes tun und zusätzlich einen richtigen Nährstoffkreislauf in Deinem grünen Reich schaffen. Ab sofort kannst Du beim Kauf von Gartenerde kräftig sparen und auch an Gartendünger wirst Du wesentlich weniger benötigen.

Warte auf das nächste Frühjahr…

Im nächsten Frühjahr ist von den großen Laubhaufen meist nur noch ein kleiner Teil vorhanden. Beim Aufschichten des Laubes siedeln sich besonders viele Bodenlebewesen an, welche für ein günstiges Kohlenstoff zu Stickstoff Verhältnis sorgen und damit die rasche Zersetzung fördern. In wenigen Monaten ist im Idealfall aus den Blättern kompletter Humus geworden.

Sollte das nicht ganz verrottete Gartenlaub bei Dir ein Hindernis für Frühblüher sein, was ich so bei mir noch nicht feststellen konnte, kannst Du es, nachdem der Schnee geschmolzen ist, vorsichtig abrechen und für die endgültige Verrottung dem Kompost zuführen.

Beispiel für Komposter:*

Auf was solltest Du beim Aufbringen des Gartenlaubes achten?

Du musst besonders darauf achten, dass kleine Pflanzen nicht am natürlichen Wachstum gehindert werden. Eine zu dicke Laubschicht könnte die Pflanze ersticken. Die Laubdecke sollte nicht stärker als 10 – 15 cm sein. Am besten kehrst Du das Gartenlaub zusammen und verteilst es dann locker wieder an den geeigneten Stellen. Große Blätter kannst Du vorher auch mit dem Rasenmäher oder Laubhäcksler etwas zerkleinern, dann geht die Verrottung schneller. Mittlerweile gibt es schon super Kombigeräte aus Laubsauger und Laubbläser mit integrierter Häckslerfunktion, sodass Du Dir nicht mehrere Geräte anschaffen musst.

Gartenlaub unbedingt vom Rasen entfernen!

So gut wie das Herbstlaub den Sträuchern, Bäumen und Büschen tut – auf dem Rasen hat es nichts zu suchen. Dem tut es nämlich gar nicht gut, wenn er nicht genug Luft bekommt und dadurch nicht richtig „atmen“ kann, könnte es dazu führen, dass er fault. Daher solltest Du dort besonders darauf achten, das Laub regelmäßig zu entfernen. Besonders bei feuchtem Wetter, insbesondere wenn es regnet, besteht die Gefahr, dass der Rasen darunter fault. Aber Du musst nicht immer gleich zum Laubbesen oder Rechen greifen, um die lästigen Blätter zu entfernen. Wenn Du Deinen Rasen sowieso mähen willst, lass das Laub einfach darauf liegen und mähe den Rasen ganz normal. Das Laub vom Rasenmäher gleich mit aufgenommen und gleichzeitig zerkleinert. Das erspart Dir Zeit und fördert die Verrottung des Grünschnitts auf dem Kompost, da das Gartenlaub ja bereits verkleinert und mit Rasenschnitt gemischt ist.

Vorsicht bei kranken Blättern!

Sollte ein Laubbaum oder Gartenstrauch über den Sommer von Schädlingen oder Pilz befallen wurden sein, darfst Du diese Blätter auf keinen Fall im Garten oder auf den Beeten verteilen. Auch auf dem Kompost haben diese Blätter nichts verloren, denn dadurch können die Krankheiten auf andere Pflanzen im Garten übertragen werden. Diese Pflanzenteile solltest Du in der Bio-Tonne entsorgen.

Weitere Tipps zum Umgang mit Gartenlaub findest Du hier =>

16 Kommentare

  • Tanja L.

    Also von Laubbläsern, vor allem im Garten, bin ich überhaupt kein Freund! Was da an Lärm gemacht wird. Und wenn ich die Leute auf der Straße damit sehe, frage ich mich, wozu die das Zeug benutzen. Die verteilen den Dreck oft mehr als vorher. Ein guter als Besen oder Rechen täte es in den meisten Fällen auch, ist billiger und leider.
    Viele verbrennen ja ihr Laub, ich weiß nur nicht, wie gut die Asche wirklich geeignet ist als Dünger. Hast du damit Erfahrung?

    • M. K.

      Hallo Tanja,
      ja Laubbläser sind echt laut und oft unnötig. In steinigen Einfahrten sind diese jedoch sinnvoll, da die Steine liegen bleiben. Aber so manch Hobbygärtner verbindet diese nervende Tätigkeit mit Gärtnern, nur so kann ich mir die Menge der Verkäufe erklären.
      Vom Laub verbrennen halte ich persönlich gar nichts, da es erstens die Umwelt und Nachbarn belastet und zweitens die Kleintiere und vor allem Igel, die schon Schutz suchen mit verbrennen könnte. Asche ist zwar Dünger, soweit ich jedoch weiß ist die Asche von Blättern nicht so gut, wie der Kompost. Asche von Holz, wie Ästen und Co jedoch schon. Feuer zu machen bedraf jedoch einer Genehmigung und die ist an einige Auflagen gebunden, daher greif ich sowieso lieber zum Laubbesen.
      Hat ja auch was meditatives und erholsames.

      LG Manja

  • Mo

    Hey,

    ich finde diesen Beitrag wirklich sehr gut gelungen. Meine Oma hat aktuell ganz viel Laub in ihrem Garten, sie weiß schon gar nicht mehr wohin damit. Aber vielleicht könnten ja ihre Nachbarn ein bisschen Laub gebrauchen, ist mir eben beim Lesen deines Artikels so eingefallen. Denn du hast natürlich recht, das Laub ist ein natürlicher Rohstoff und kann auch gut genutzt werden. Vielen Dank für diese Erinnerung. Liebe Grüße, Mo

  • Dr. Annette Pitzer

    Ordentlich geharkte Herbstgärten sind für Boden und Tierwelt schädlich. Ebenso sollte man seine Stauden erst im Frühjahr abschneiden. Bei uns auf dem Land ertragen das allerdings die wenigsten, es muss ordentlich aussehen sonst fühlen sich viele nicht wohl.
    Alles Liebe
    Annette

    • M. K.

      Ja, die lieben Nachbarn und schön geharkten Gärten. Unsere Nachbarin wollte auch, das wir jedem Blatt hinterher rennen und es entsorgen. Dabei ist es im Beet viel besser aufgehoben. Der Rasen muss vom Laub befreit sein, der Rest nicht, wobei wir auch einen Teil in den Kompost stecken und einen Teil zur Gemeinde bringen, die machen daraus Kompost für alle, sonst wäre es bei uns auch zuviel des Guten.
      Die Kleinstlebewesen erfreut es und im Frühjahr ist noch genug Zeit zum Ordnung machen, es gibt ja auch so noch bisschen was im Garten zu tun.

      Danke für Deinen Kommentar liebe Annette
      LG Manja

  • WellSpa-Portal

    Ich muss mir diese Frage glücklicherweise nicht stellen, denn ich genieße meine Terrasse ohne Laub.
    Dafür aber liebe ich es, sooft es das Wetter zulässt, draußen in der Natur unterwegs zu sein. Sonne und buntes Laub sind eine großartige Kombination.

    Liebe Grüße, Katja

  • Jana

    Als ich letztens mit dem Bus unterwegs war, hatte ich mich auch schon gefragt, was sie Leute wohl mit alle dem Laub anstellen, das momentan auf ihren Grundstücken liegt. Bei uns ist es auch nicht wenig, aber ich warte noch ab, bis mehr unten liegt, sonst hab ich die Arbeit mehrfach 🙂

    Liebe Grüße
    Jana

    • M. K.

      Hallo Jana, so mach ich das auch. Der Wind pustet es bei uns zum Glück immer bisschen an den Zaun. Aber ab und an muss ich es doch vom Rasen holen, sonst wird es zuviel.
      LG und viel Spaß beim Blätter Sammeln
      Manja

  • Steffi

    Huhu,

    wusste gar nicht das der Rasen durch das Laub eine beeinträchtigung erhält. Obwohl es logisch klingt,wenn man es liest. Wir achten beim Garten meiner Eltern immer darauf, dass nicht zu viel Laub im Teich liegt und nach unten sickert, das ist für die Fische und Wasserwerte auch nicht optimal.

    LG
    Steffi

    • M. K.

      Danke für Deine Rückmeldung liebe Steffi. Ja im Gartenteich darf auch kein Laub sein bzw. nicht all zuviel, sonst schadet dies den Fischen, da hast du Recht.

      LG Manja

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